Walmdach

Das Walmdach – eine ganz besondere Dachform

Wer sich mit dem Hausbau befasst, muss auch einige grundlegende Entscheidungen treffen, wie etwa die für die passende Dachform. In den meisten Fällen entscheiden sich Bauherren für das Satteldach, das mit senkrechten Giebeln ausgestattet ist. Im Gegensatz dazu steht das Walmdach, bei dem die Giebelseiten mit geneigten Flächen versehen sind. Diese Dachflächen werden vom Fachmann als Walm bezeichnet. Allerdings gibt es hier noch große Unterschiede: So spricht man generell nur dann von einem Walmdach, wenn es auch einen Dachfirst gibt. Fehlt dieser, so ist die Rede vom Pyramiden- oder Zeltdach.

 

Das Walmdach kommt mit mehreren Sonderformen daher

Zum Walmdach sollte man ebenfalls wissen, dass es in mehreren Sonderformen daher kommt, das sind

 

  1. Krüppel- oder Schopfwalmdach,
  2. Fußwalmdach oder der
  3. Niedersachsengiebel

 

Das Krüppel- oder Schopfwalmdach liegt dann vor, wenn der Walm vom Dachfirst ausgehend in seiner Länge nicht bis auf die Traufhöhe der Seitenflächen hinunter reicht. Der Krüppelwalm stellt dabei die am weitesten verbreitete Sonderform des Walmdachs dar, zumal er auch konstruktive Vorteile mit sich bringt.

Das Fußwalmdach zeichnet sich dadurch aus, dass im oberen Teil des Walms ein dreiecksförmiger, senkrechter Teil auftritt. Im unteren Bereich schließt sich an diesen eine schräge Dachfläche an. Sie endet in der Regel auf der Traufhöhe der Seitenflächen des Dachs. Das Fußwalmdach gehört zu den traditionell verwendeten Dachformen und ist zum Beispiel in Südkorea sehr weit verbreitet.

 

Bleibt noch der Niedersachsengiebel als Sonderform des Walmdachs. Der Niedersachsengiebel weist geneigte Dachflächen an den Giebelseiten auf. Diese reichen aber nicht über die gesamte Höhe und sind mittig angeordnet. Konstruktiv bringt diese Sonderform des Walmdachs einige Nachteile mit sich. Deshalb spielt sie bei Neubauten heute nur noch eine untergeordnete Rolle.

 

Aus welchen Bestandteilen besteht ein Walmdach?

Das Walmdach benötigt, wie jede andere Dachform auch, zunächst einen Unterbau. Dieser besteht in der Regel aus Holzbalken. Für diese gibt es, abhängig von ihrer Lage, unterschiedliche Begriffe, wie etwa

 

  • Gratsparren,
  • Sparren,
  • Pfetten oder
  • Schiftern

 

Im Vergleich zum Satteldach werden beim Walmdach im Unterbau mehr Dreieckskonstruktionen eingesetzt. Sie gelten als besonders stabil, so dass das Walmdach sehr große Lasten tragen kann. Das ist besonders in schneereichen Gebieten in den Wintermonaten von Vorteil.

 

Das Walmdach kann mit allen gängigen Dacheindeckungen versehen werden. Von der einfachen Dachpappe über gestanzte Schindeln bis hin zum Schilf ist hier fast alles möglich. Abhängig ist die Art der Dacheindeckung aber auch von den regionalen Gegebenheiten. Im Schwarzwald kommen vor allem Schindeln, in Norddeutschland vorwiegend Schilf und klassische Dachziegeln im Rest der Bundesrepublik zum Einsatz.

 

Wo findet man das Walmdach häufig?

Das Walmdach wird sehr gerne für Schilfdächer genutzt. Im Laufe der Jahre kommt es hier zu stetig neuen Auflagen, die das Dachgewicht erhöhen. Selbst wenn man diese Auflagen außen vor lässt, so gilt das Schilfdach dennoch als sehr schwer, denn in den obersten Lagen kann sich Feuchtigkeit sammeln, die nun einmal ein gewisses Gewicht mit sich bringt. Zudem muss das Schilfdach so gestaltet sein, dass ihm Wind nichts anhaben kann. Das gelingt mit dem Walmdach, denn die umlaufenden Schrägen sorgen für einen guten Windschutz.

Ebenfalls wird das Walmdach gerne bei Fachwerkbauten eingesetzt oder bei Häusern, deren Außenseite mit viel Holz daher kommt. Statt übermäßige Längen zum Schutz der Fassade beim Satteldach einzuplanen, entstehen beim Walmdach erst gar keine Giebel nach oben, die zusätzlich geschützt werden müssen.

 

Gibt es auch Nachteile beim Walmdach?

Das Walmdach bietet aber auch Nachteile, derer man sich bewusst sein muss. Durch den beiderseitigen Walm im Dachgeschoss verringert sich die anrechenbare Wohnfläche, wenn dieses ausgebaut werden soll. Zudem war es einst beim Walmdach schwierig, ausreichend Licht in die Räume zu bringen. Mit den modernen Dachflächenfenstern ist das heute aber kein Problem mehr.

Das könnte Dich auch interessieren …