Hybridhaus – was ist das?

Wer sich für den Hausbau entscheidet, sucht natürlich nach Möglichkeiten, ein Haus mit möglichst geringem Energieverbrauch zu bauen. Da bietet sich das KfW-Effizienzhaus 55/70 an, das Passivhaus oder das Niedrigenergiehaus. In diese Anzahl von Möglichkeiten reiht sich ebenfalls das Hybridhaus ein, welches eine noch sehr junge und daher wenig bekannte Form eines energiesparenden Hauses ist. Es zeichnet sich dadurch aus, dass weder Kosten für Warmwasser, noch für Heizung oder Strom anfallen, denn die benötigte Energie wird mit ausgefeilten Technologien kostenfrei beschafft. Damit bleiben Hausbesitzer langfristig unabhängig von den teils massiv steigenden Öl-, Gas- und Strompreisen. Zusätzlich entlasten sie ihr Gewissen der Umwelt gegenüber, da diese Form des Hauses auch kein CO2 produziert.

 

Das Hybridhaus muss natürlich einige grundlegende Voraussetzungen erfüllen, um die oben genannten Vorteile zu erreichen.

Daher sind folgende Maßnahmen beim Hausbau unbedingt erforderlich:

  • Einsatz einer Erdwärmeheizung mit Spiralkollektoren
  • Verwendung einer hochisolierenden Wärmedämmung
  • Nutzung von Energiesparfenstern
  • Nutzung einer gedämmten Bodenplatte
  • Verwendung einer Photovoltaikanlage
  • Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

 

Erdwärmeheizung für das Hybridhaus

Die Erdwärmeheizung als Grundlage für das Hybridhaus arbeitet mit einer Wärmepumpe. Diese kann als Luft/Wasser-Wärmepumpe, als Sole/Wasser-Wärmepumpe oder als Wasser/Wasser-Wärmepumpe ausgestaltet sein. Nimmt man das Beispiel der Sole/Wasser-Wärmepumpe, so wird das Hybridhaus nach folgendem Schema beheizt:

  1. Gase werden komprimiert.
  2. Gase werden erhitzt.
  3. Gase entspannen sich beim Abkühlen.

 

Als Gase dienen spezielle Kühlmittel, die thermische Eigenschaften mit sich bringen. Dadurch wird es auf der Seite, wo der Druck entsteht, warm, auf der gegenüberliegenden Seite kühl. Die Sole/Wasser-Wärmepumpe bezieht ihre Energie dabei aus dem Erdreich. Die verwendete Kühlflüssigkeit wird als Sole bezeichnet, woher auch der Name der Wärmepumpe stammt. Diese Sole wird nun durch Spiralkollektoren gepumpt und erhitzt sich dabei so weit, bis sie die Erdtemperatur erreicht hat. Somit wird Wärme in der Sole gespeichert, die anschließend an die Pumpe weitergegeben und dort verarbeitet wird.

 

Mit einer solchen Wärmepumpe kann dementsprechend nicht nur das gesamte Hybridhaus beheizt werden, sondern kann sie ebenfalls zur Erwärmung des Brauchwassers eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Wärmepumpe richtig dimensioniert ist.

 

Die kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Die Leistungen der Wärmepumpe lassen sich durch den Einbau der kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung noch zusätzlich steigern, weshalb diese im Hybridhaus ebenfalls regelmäßig zu finden ist. Diese ist vor allem deshalb wichtig, weil im modernen Hausbau absolut luftdichte Gebäudehüllen verwendet werden. Die Überprüfung der Luftdichtigkeit erfolgt mit dem bekannten Blower-Door-Test. Durch diese luftdichte Gebäudehülle kann keine wertvolle Wärme nach außen dringen. Allerdings steigt dadurch die Gefahr der Schimmelbildung und der Entstehung von Stockflecken, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Das ist aber ein Problem, insbesondere in den Wintermonaten, denn hier wird die mühsam erwärmte Raumluft durch das Stoßlüften nach außen getragen, während eisige Luft in den Raum gelangt, die erst wieder energieaufwändig erwärmt werden muss. In diesem Fall ist eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sinnvoll. Die warme Luft wird dabei aus den Wohnräumen abgezogen und vorbei an einem Rohrgeflecht geführt. Das Rohrgeflecht wird auch als Plattentauscher bezeichnet. In ihm fließt ein Gemisch aus Wasser und Glykol, welches sich durch die Wärme, die aus dem Haus entnommen wird, erwärmt.

Verbunden wird nun der Plattentauscher mit der Wärmepumpe, wodurch diese sich und die Erde wieder erwärmen kann. Dadurch wird die bereits in der aufgeheizten Luft befindliche Wärme weiter genutzt und statt kalter Luft, strömt warme, frische Luft in den Raum.

 

Kein Hybridhaus ohne Photovoltaikanlage

Der dritte wichtige Bestandteil eines Hybridhauses ist die Photovoltaikanlage. Sie dient der Stromerzeugung, so dass auch hier keine Abhängigkeit von den Stromlieferanten auftritt. Dabei erfolgt die Stromerzeugung nach einem einfachen Prinzip:

  • Die Sonne trifft auf die Solarzellen auf dem Dach.
  • Das Sonnenlicht wird von den Solarzellen in Gleichstrom umgewandelt.
  • Der Gleichstrom führt zum Wechselrichter, der ihn in Wechselstrom, der sofort nutzbar ist, umwandelt.

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